Vor dem Streichen richtig abkleben

Vor dem Streichen richtig abkleben – So geht’s!

Abkleben oder nicht abkleben? Diese Frage stellen sich die meisten Heimwerker vor der Renovierung der Räume. Fakt ist, dass nur professionelle Maler mit absolut ruhiger Hand auf Malerkrepp verzichten können. Aber selbst im professionellen Handwerk wird abgeklebt, was eine klare Aussage trifft und aufzeigt, warum das Kreppband ebenso wie die Farbe und das richtige Werkzeug zu allen Malerarbeiten gehört. Wie klebt man richtig ab und worauf müssen Sie bereits beim Kauf von Malerkrepp achten? Dieser Artikel gibt Ihnen hilfreiche Tipps für gelungene Farbübergänge und saubere Kanten zwischen Wänden und Decken.

weiße Wand wird abgeklebt für das Streichen

Die Qualität des Malerkrepp ist erfolgsentscheidend

 

Paketklebeband und sonstige Klebestreifen sind nicht zum Abkleben von Übergängen an Wänden geeignet. Fernab davon, dass Sie beim Entfernen die Tapete und die Farbe von der Wand holen, erfüllt das Klebeband nicht Ihre Erwartungen. Klebeflächen mit im Klebstoff enthaltenen Verdünnungen und sonstigen Chemikalien sind für die Aufbringung auf Papiertapeten ungeeignet. Es gibt spezielles Malerklebeband, das im Fachjargon aufgrund seiner Eigenschaften und seiner Beschaffenheit als Malerkrepp bezeichnet wird. Dieses Klebeband haftet auf Tapeten und Holz, auf Fußböden sowie auf Heizungen und verfügt über eine leicht ablösbare und dennoch gut haltende Klebefläche. Bei richtiger Anbringung und einem geraden Untergrund können Sie mit Malerklebeband gerade Kanten ziehen und sich darauf verlassen, dass die Farbe nicht unter den Streifen und somit auf die eigentlich geschützte Wand läuft. Achtung: Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede. Am besten kaufen Sie ein Produkt vom Markenhersteller und sehen von Billigangeboten zugunsten des Ergebnisses ab. Am Ende sparen Sie weder Geld noch Zeit, da Sie ungerade Linien von Hand ausbessern und sich der Herausforderung stellen müssen.

 

Richtig abkleben – aber wie?

 

Malerkrepp eignet sich für Wandfarben, für Lackierungen und für alle Arbeiten, die Sie mit dem Pinsel oder der Malerrolle vornehmen. Sicherlich fragen Sie sich, wie anderen Malern eine gerade Linie ohne Unterbrechungen und unerwünschte Farbverläufe gelingt. Zuerst tragen Sie die Primärfarbe, also die Grundfarbe auf. Nachdem der Anstrich getrocknet ist, zeichnen Sie sich die Linien mit einem Bleistift hauchdünn an. Warum anzeichnen? Die Erklärung ist einfach. Eine gerade Linie erstellen Sie nicht per Augenmaß. Nutzen Sie ein Lineal und Sie werden erstaunt sein, wie Sie ohne große Mühe eine gerade – mit der Wasserwaage überprüfbare Kante zeichnen. Das Klebeband legen Sie genau an der Kante an und bedenken dabei, dass die Bleistiftanzeichnung immer im Segment der noch zu streichenden Wand liegen sollte.

 

Die Kanten beim Aufbringen sorgfältig ausstreichen

 

Vermeiden Sie zu lange Stücken Klebeband. Auch wenn Sie davon ausgehen, dass die Linie bei einer Verklebung von zwei Metern am Stück gerader wird, sieht das Ergebnis in der Praxis anders aus. Überlappen Sie kürzere Stücken Malerkrepp und achten darauf, dass Sie die Kanten mit dem Fingernagel sorgfältig und gleichmäßig ausstreichen. Unser Tipp: Trotz aller Mühe wird Malerkrepp auf Raufasertapete keinen Erfolg bringen. Ein glatter Untergrund und das gleichmäßige Anstreichen sind essenziell für die gestochen scharfe Kante.

 

Warum man das Klebeband nass entfernen muss

 

Nach dem Streichen sollten Sie mit der Entfernung des Klebebandes nicht länger warten. Lassen Sie es vor dem Entfernen trocknen, wird die Farbe abplatzen und das Ergebnis sieht unsauber aus. Bedenken Sie dabei, dass dem ersten Anstrich noch eine zweite Farbschicht folgt. Erst wenn Sie mit dem Malern fertig sind, ziehen Sie das Malerkrepp ab und achten darauf, dass es noch feucht ist UND dass es mit der farbigen Kante nicht mit der helleren Wandfläche in Berührung kommt. Ziehen Sie das Klebeband gleichmäßig ab und reißen es weder nach unten noch nach oben ab.

 

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Ungerade Kanten trotz Abkleben – hier liegt das Problem

 

In den meisten Fällen begründet sich diese Problematik in ungeeignetem oder nicht hochwertigem Klebeband. Nutzen Sie ausschließlich Malerkrepp und verzichten auf Klebeband, das Sie für diese Aufgaben zweckentfremden und das aufgrund seiner Beschaffenheit nicht für Malerarbeiten oder eine Lackierung geeignet ist. Auch ungerade Wände, sei es Rauputz oder Raufasertapete, lassen sich mit Klebeband nicht in einer geraden Linie trennen. Hier erzielen nur geübte Maler mit ruhiger Hand den wirklich gewünschten Effekt. In allen anderen Fällen verläuft die Farbe, die Kante sieht unsauber aus und das Ergebnis wird Sie eher enttäuschen als überzeugen. Prüfen Sie vor dem Griff zur Farbe, ob Sie die Kanten ordentlich ausgestrichen haben oder ob sich noch offene Stellen (meist ersichtlich in Falten) zeigen. Ist das der Fall, streichen Sie noch einmal mit dem Fingernagel nach.

 

Achtung Übergang: Die optimale Streichtechnik zur Abgrenzung von Farbunterschieden

 

Wenn Sie den Übergang zwischen der Wand und beispielsweise einer Decke mit Stuckverzierung gerade malern müssen, kann es trotz aller Vorteile von Malerkrepp zu einer Leistung ohne Hilfsmittel kommen. Mit ruhiger Hand und einem Flächenstreicher können Sie gerade Linien ziehen und den Übergang ohne Fauxpas in der Farbe individualisieren. Unser Tipp: Bei Stuckdecken setzen Sie einen 10 Zentimeter breiten Streifen in der Deckenfarbe weiß. Wenn Sie sich so entscheiden, können Sie unterhalb des Streifens mit Klebeband arbeiten und ein überzeugendes Ergebnis erzielen.

 

Fazit – Trotz Mehraufwand lohnt sich das Abkleben!

 

Kanten ziehen kostet Zeit und Geld. Hochwertiges Malerkrepp ist nicht günstig und für die Abklebung müssen Sie einen Mehraufwand Ihrer Zeit in Kauf nehmen. Doch die geraden und klaren Übergänge entschädigen Sie für Ihre Mühe und sind ein guter Grund, um das Spezialklebeband zur Hand zu nehmen und sich mit dem Abkleben zu beschäftigen. Je gravierender die Farbunterschiede sind, umso wichtiger ist eine gerade Linie ohne den Effekt einer unruhigen Hand oder der Problematik “Raufasertapete”.

Foto ©  Sergej Toporkov / AdobeStock

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