Keller streichen: So renovieren Sie richtig

Der Keller ist in der Regel bei Renovierungsarbeiten zuletzt an der Reihe. Schließlich dient diese Etage in den meisten Häusern lediglich als Lagerplatz und Abstellraum. Trotzdem ist es sinnvoll, den Keller nicht zu vernachlässigen, da diese Räumlichkeiten eine wichtige Rolle bei der Klimaregulation spielen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren Keller streichen möchten.

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Kellerräume weiß

Diese Dinge müssen Sie beachten, bevor Sie den Keller streichen

Sie haben von der letzten Hausrenovierung noch einen Eimer Farbe übrig und wollen endlich Ihren Kellerräumen etwas Gutes tun? So schnell können Sie leider nicht mit den Malerarbeiten beginnen, da Alter des Kellers und der Zustand entscheidend sind, bevor Sie den Pinsel benutzen. Da der Keller ganz oder teilweise im Erdreich liegt, ist die Feuchtigkeit höher als in anderen Teilen Ihres Hauses. Vor allem in Altbauten, zu denen alle Häuser zählen, die vor 1960 gebaut wurden, haben Sie es unter Umständen mit einigen Herausforderungen wie feuchten Wänden sowie Schimmelbefall oder Algenwuchs zu tun. Stehendes oder schlecht ablaufendes Grund- oder Sickerwasser kann zudem für eine dauerhaft zu hohe Raumfeuchte sorgen. Je nach Ausmaß der Problematik empfiehlt es sich daher, vor dem Streichen erst einmal die Bausubstanz zu überprüfen. Unter Umständen müssen Sie den Keller erst trockenlegen oder Mauerwerk und Putz ausbessern. In einigen Fällen empfiehlt sich erst eine Außendämmung oder eine Drainage durchzuführen.

Den Keller streichen im Altbau

Rund 75 % aller Wohnhäuser in Deutschland wurden zwischen 1950 und 1980 erbaut. Vor 1960 war eine spezielle Kellerabdichtung nicht vorgesehen und danach setzte sich diese Schutzmaßnahme nur langsam durch. Im Altbau sind die Kellerfenster häufig mit Absicht nicht ganz dicht, damit im geschlossenen Zustand die Luft zirkulieren kann. Dadurch entsteht ein ständiger Luftaustausch, der die Feuchtigkeit reguliert. Der Keller ist somit in der Lage, sich selbst zu entwässern und zu belüften. Der nachträgliche Einbau von luftdichten Kellerfenstern hat in vielen Fällen erst zum Entstehen oder der Verschlimmerung von Feuchtigkeitsproblemen geführt. Da im Altbaukeller die Feuchtigkeit über die Wände in den Boden abgegeben wird, hat oftmals falsche Farbe dafür gesorgt, die Poren unverputzter oder gekalkter Wände zu schließen. Der Luftaustausch wird so unterbunden und es bilden sich Wasseransammlungen oder Schimmel. Wenn Sie hier die handelsübliche Dispersionsfarbe verwenden, um den Keller zu streichen, gerät die gesamte Klima- und Feuchtigkeitsregulation im Haus aus der Balance.

Mit welcher Farbe den Keller im Altbau streichen?

Wenn Sie Ihren Keller im Altbau streichen, können Sie die folgenden Farben nicht verwenden:

Wichtig ist, dass die Kellerfarbe weder organische Füllstoffe und Bindemittel noch synthetische Lösungsmittel enthält. Auch Inhaltsstoffe wie Harze und Fette dürfen nicht auf dem Etikett auftauchen. Um Ihren Keller zu streichen, bleiben Ihnen daher mit Kalkfarbe, auch bekannt als klassischer Streichkalk, oder Reinsilikat, beziehungsweise Zweikomponentenfarbe, zwei Möglichkeiten. Beide Kellerfarben sind auf mineralischer Basis. Als Bindemittel wird Kalk oder Wasserglas aus Sand und Natron verwendet, das Lösemittel ist Wasser. So wird der Luftaustausch durch die Wände sichergestellt und eine Schimmelbildung verhindert.

Kalkfarbe

Kalkfarbe ist ein Allrounder und eine vollständig biologische sowie atmungsaktive Wandfarbe. Da Kalkfarbe weder Weichmacher noch Konservierungsstoffe enthält, kann sie im Innen- und Außenbereich sowie im Keller eingesetzt werden. Ein idealer Untergrund für Kalkfarbe ist unverputztes Mauerwerk aus Sandstein, Stein oder Ziegeln. Daneben können Sie auch mit Kalkfarbe den Keller streichen, wenn die Wände mit einem Putz aus Beton, Kalk oder Zement versehen sind. Bei einem Lehmputz ist Kalkfarbe die einzige Option. Kalkfarbe ist wischfest, aber nicht leicht aufzutragen. Da Bindemittel in der Farbe nicht vorhanden sind, arbeiten Sie anders als mit den üblichen Dispersionsfarben. Tipp: Geben Sie etwas Leinöl in die Farbe, um das für Kalkfarbe typische Abmehlen und Abkreiden zu verhindern.

Silikatfarbe

Auch Silikatfarbe ist diffusionsoffen und beeinträchtigt die Feuchtigkeitsregulierung in Ihrem Keller nicht. Wichtig ist, dass Sie bei der Auswahl darauf achten, nicht die reguläre Silikatfarbe, sondern Dispersionsilikatfarbe für Ihren Keller zu kaufen. Im Vergleich zur Kalkfarbe ist Silikatfarbe teurer und nicht besonders wischfest. Sie können diese Farbe auf jeder Art mineralischem Untergrund außer Lehm verwenden. Ideal ist Silikatfarbe dann, wenn die Kellerwände früher mit Kalk verputzt wurden. Beachten Sie, dass Silikatfarbe leicht mit dem Untergrund verkieselt. Unter Umständen ist es empfehlenswert, den Putz oder einen Teil davon zu entfernen. Damit der Anstrich haltbarer wird, können Sie Ihre Kellerwände vorab mit Tiefengrund behandeln. Das verhindert bei einem erneuten Anstrich das Ablösen der Restfarbe.

Sonderfall Gips und Gipsputz

Wenn es in Ihrem Keller Gipsputz oder einen gipshaltigen Untergrund gibt, können Sie weder Kalk-noch Silikatfarbe verwenden. Da Gips bei Feuchtigkeit zur Fäulnis neigt, wäre es im Altbaukeller ohnehin empfehlenswert, wenn Sie den Putz entfernen. Ziehen Sie einen neuen Putz aus Lehm, Kalk oder Zement ein und streichen Sie den Keller im Anschluss mit einer geeigneten Farbe. Ist das Entfernen des Putzes nicht möglich, können Sie auf Gipsputz mit Grundierungen arbeiten, die für eine verbesserte Haftung der Farbe sorgen und chemische Reaktionen vermeiden.

Den Keller im Neubau streichen

In einem Neubau ist das Projekt Keller streichen deutlich leichter durchzuführen. Da der Keller bereits beim Bau abgedichtet wurde, müssen Sie sich um eine Feuchtigkeitsregulierung nicht mehr kümmern. Nehmen Sie für Wände und Decken eine normale Wohnraumfarbe Ihrer Wahl. Soll der Keller nicht nur Lagerraum sein, sondern auch zum Wohnen oder Feiern genutzt werden, können Sie mit Dekoputz arbeiten oder sogar Tapeten kleben.

Keller streichen optimal vorbereiten

Wer zum ersten Mal den Keller streicht, neigt dazu, zu viel Farbe zu verwenden. Vor allem dann, wenn Ecken mit einem Pinsel gestrichen werden, die mehr Farbe annehmen als eine Rolle, kommt es zu Unregelmäßigkeiten. Damit Sie die benötigte Farbmenge realistisch einschätzen können, finden Sie auf den Eimern den Verbrauch pro Quadratmeter. Messen Sie vorher die Wandfläche genau ab und schätzen Sie ein, ob Sie eventuell einen zweiten Anstrich im Keller vornehmen müssen. Holen Sie sich beim Keller streichen mindestens einen Helfer. Wird die Farbe zu langsam aufgetragen, kommt es zu unschönen Streifen. Eine helfende Hand empfiehlt sich ebenfalls, um vor dem Streichen alles abzukleben. Schützen Sie auch in einem Lagerraum Böden, Möbel und Fenster mit Folie und kleben Sie Steckdosen und Leisten ab damit sich ein sauberes Gesamtbild nach dem Streichen ergibt.

Foto © PublicDomainPictures/ Pixabay

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