Fassade wird in Gelb gestrichen

Einmal oder zweimal – wie oft müssen Sie Ihre Fassade streichen?

Einmal oder zweimal – wie oft müssen Sie Ihre Fassade streichen?

Das Streichen einer Außenfassade ist prinzipiell ähnlich wie das Streichen einer Innenwand. Nur arbeiten Sie hier mit mehr Fläche, mit einem weniger saugfähigen Untergrund und mit potentiell verunreinigten und mit Moos überwucherten Stellen.
Umso wichtiger ist es also, sicherzustellen, dass Sie Ihre Fassade mit möglichst wenig Aufwand deckend streichen können. Worauf es hierbei ankommt und ob Sie Ihre Fassade ein- oder lieber zweimal streichen sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Vorbereiten und Prüfen der Fassade

 

So ermitteln Sie die Tragfähigkeit Ihrer Fassade

Bevor Sie mit dem Fassadenanstrich beginnen, müssen Sie zunächst einmal feststellen, ob die alte Fassade noch tragfähig ist. Sollte Sie dies nicht mehr sein, muss der alte Anstrich vor dem Auftragen der neuen Fassadenfarbe entfernt werden.
Die Tragfähigkeit Ihrer Fassade können Sie auch mit einfachen Mitteln leicht prüfen. Wischen Sie mit der Hand recht fest über die Fassade und prüfen Sie, ob Putz oder Farbe abblättern. Ist dies der Fall, so kann der Altanstrich nicht bleiben

Fassade einmal oder zweimal streichen – auf die Farbe kommt es an

 

Deckkraftklasse bei Fassadenfarben

Bei Fassadenfarbe ist die Deckkraft in Deckkraftklassen angegeben, diese beschreibt den Deckungsgrad.

Die Deckkraftklassen sind wie folgt festgelegt:

  • Klasse 1 – mehr als 99,5% Deckkraft
  • Klasse 2 – 98 – 99,5% Deckkraft
  • Klasse 3 – 95 – 98% Deckkraft
  • Klasse 4 – unter 95% Deckraft

Die Unterschiede in der Deckkraft mögen zwar banal klingen, weil es sich nur um wenige Prozente handelt, in der Praxis aber sind Unterschiede deutlich sichtbar. Und ob Sie beim Streichen Ihrer Fassade einmal oder zweimal streichen müssen, ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Frage des Arbeitsaufwandes.
Zumal Sie bei mehrfachem Überstreichen der Fassade Nass-in-Nass arbeiten müssen, also sind hier Schnelligkeit und Effizienz gefragt. Im Zweifelsfall sollten Sie sich also für eine höhere Deckkraftklasse entscheiden, um sich Arbeit zu ersparen und in einem Anstrich für ein besseres Ergebnis zu sorgen. Ob Sie die Fassade als einmal oder zweimal streichen müssen, dafür ist die gewählte Fassadenfarbe maßgeblich entscheidend.

Das Reinigen der Fassade

Bevor Sie Ihre Fassade streichen können, müssen Sie diese natürlich gründlich reinigen. Auch auf der saubersten Außenfassade sammeln sich Rückstände und Verunreinigungen, diese müssen abgetragen werden.
Gleichzeitig muss die Fassade natürlich vor dem Anstrich sauber und staubfrei sein, nur so können Sie gewährleisten, dass Sie die Fassade gleichmäßig und deckend streichen können. Reinigen Sie mit einem Hochdruckreiniger Ihre Fassade gründlich und entfernen Sie sichtbare Verunreinigungen, Ablagerungen und Überwucherungen mit Moos oder Algen. Ein Hochdruckreiniger ist hierfür das ideale Werkzeug. Bedenken Sie, dass Sie Abwasser, Farbreste, Abrieb und Strahlsandsammeln und fachgerecht entsorgen müssen. Dazu benötigen Sie eine Abdeckplane, in der Sie sämtliche Reste sammeln und nach der Arbeit zusammentragen können.
Sollten Sie sich unschlüssig darüber sein, wie Sie in Ihrer Kommune Farbreste und Abrieb entsorgen müssen, so können Sie sich an die zuständige Umweltbehörde wenden.

Kleine Reparaturen an der Fassade

Nun ist der perfekte Zeitpunkt, um kleine Mängel an der Fassade auszubessern. Tun Sie dies nicht jetzt, sondern stellen Löcher, Risse und Co. erst nach dem ersten Anstrich fest, so müssen Sie diese Reparaturen unter der frischen Farbe durchführen. Dann kommen Sie an einem zweiten Anstrich nicht vorbei.

Streichen vorbereiten

Ein Fassadenanstrich ist aufwändig, bereiten Sie sich daher so gut wie möglich vor, um auch an sensiblen und schwer erreichbaren Stellen nicht nachstreichen zu müssen. Nutzen Sie Klebeband und Abdeckfolie, um Fenster, Türen, Lüftungsschlitze und Schalter zu schützen. Dadurch können Sie in einem Arbeitsgang sauber an Flächen und in kleinen Winkeln arbeiten.

Die Tragfähigkeit testen

Müssen Sie Ihre Fassade einmal oder zweimal streichen müssen, das hängt auch von der Saugfähigkeit des Untergrundes ab. Glücklicherweise können Sie dies recht einfach testen.
Gehen Sie mit einem nassen Schwamm über den Untergrund und beobachten Sie, ob die Fassade die Feuchtigkeit aufsaugt. Zieht die Feuchtigkeit ein, so müssen Sie die Fassade zunächst grundieren.

Der Anstrich der Fassade

 

Lückenlos streichen – warum Sie Fassaden meist eher zweimal streichen sollten

Zum Streichen der Fassade werden Sie eine langflorrige Farbrolle benötigen, um auch alle Stellen der grobporigen Fassade zu erreichen. Streichen Sie nicht richtig, kann es zu Runzelbildung kommen und das müssen Sie unbedingt verhindern.
Natürlich können Sie mit genügend Know-How und der richtigen Farbe mit einem Anstrich auskommen, allerdings ist dies selbst mit den besten Grundlagen nicht garantiert. Streichen Sie etwa helle auf dunkle Farbe oder arbeiten generell mit einer hohen Differenz im Kontrast, sollten Sie lieber mit zwei Anstrichen rechnen.
Auch reparierte Stellen, die noch nicht den Farbton der alten Fassade haben, können durch den Anstrich durchschimmern und Ihnen so Probleme bereiten. Gerade wenn Sie noch nicht viel Erfahrung im Streichen einer Außenfassade besitzen, sollten Sie mit einem zweiten Anstrich rechnen und genügend Farbe bereithalten. Wollen Sie wirklich ohne Lücken streichen, so arbeiten Sie lieber mit zwei dünnen als mit einem dicken Anstrich.

 

Foto © 24999989 Adobe Stock

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