Betondecke und Betonwand streichen

Betondecke und Betonwand streichen – darauf kommt es an!

Im Zuge des Trends zum Sichtbeton gibt es in Neubauten einige gewollt graue Wände. Doch ist die Vorliebe zum Sichtbeton in hellem Grau vergänglich und kann sich ändern, wenn Sie beispielsweise eine neue Einrichtung planen und diesbezüglich einen Farbwechsel brauchen. Fakt ist, dass Beton eine gute Grundlage für farbige Wände ist. Sie müssen daher nicht tapezieren, sondern können Ihre Wunschfarbe nach Anwendung einer geeigneten Grundierung direkt auf den Beton aufbringen. Bedenken Sie, dass es unterschiedliche Betonarten und Zusammensetzungen gibt. Ehe Sie zur Farbe und zu den Malerutensilien greifen, sollten Sie daher einige Vorbereitungen treffen und sich die Betonwand oder die Decke genauer betrachten.

Betonwand mit Leiter und Farbeimern davor

Von “langweilig grau” zu farbenfroh

 

Sicherlich hat im Originalzustand belassener Beton in modernen Wohnungen und Häusern seinen Reiz. Aber auch bekennende Betonfans stehen früher oder später vor dem Wunsch, einzelne Wände einzufärben oder dem gesamten Haus einen neuen Anstrich zu verleihen. Farbiger Beton wird zum Blickfang und betont Ihren Lifestyle individuell. Mit der richtigen Technik, der richtigen Farbe und den richtigen Vorbereitungen gelingt Ihr Werk und Sie können sich auf eine interessante und garantiert nicht eintönige Optik freuen.

 

Die Analyse der Wand – ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung

 

Je nach Zusammensetzung kann reiner, unverputzter Beton entweder völlig glatt, leicht rau oder richtig grobkörnig sein. Grundsätzlich gibt es zwei für den Anstrich geeignete Betonarten: Sichtbeton und Nutzbeton. Während Sichtbeton völlig glatt ist, zeichnet sich Nutz- oder Gebrauchsbeton durch seine raue Oberfläche aus. Aber auch in den Eigenschaften variieren die beiden Betonarten, so dass Sie vor der Grundierung eine Analyse der Wand vornehmen sollten. Bei älteren Betonwänden kann es im Laufe der Zeit zu Rissen oder anderen Schädigungen gekommen sein. Ehe Sie den Anstich vornehmen, bessern Sie Unebenheiten aus und entfernen eventuell vorhandene Reste älterer Anstriche oder sonstiger Wandverkleidungen. Die Betonwand muss trocken, fettfrei und völlig rückstandsfrei sein. Anderenfalls stehen Sie im Zuge des Anstrichs vor Problemen, die Sie mit einer umfassenden Vorbereitung vermeiden können.

 

Die passende Grundierung auftragen: Beton ist nicht gleich Beton

 

Hingegen einer weit verbreiteten Meinung, dass man Beton vor dem Anstrich nicht grundieren muss, spart dieser Arbeitsschritt jede Menge Materialien und Zeit. Ein Haftgrund kann sich als wichtige Sperrschicht gegen durchdringende Flecken erweisen und führt dazu, dass die Farbe auf dem Untergrund haftet und nicht in den Beton einzieht. Nutzen Sie eine Grundierung, die mindestens zwei Nuancen heller als die spätere Wandfarbe ist. Auf diesem Weg schaffen Sie nicht nur einen optimalen Streichgrund, sondern tragen zu einer höheren Intensität der Farbwirkung Ihres hauptsächlichen Anstrichs bei. Die Grundierung muss gleichmäßig aufgetragen werden. Bei Sichtbeton sollten Sie gezielt auf eine Grundierung mit Polyurethan achten, da sich dieser Untergrund am sichersten mit den im Beton enthaltenen Trennölen verbindet. Viele Grundierungen stellen keine Verbindung her und sind daher für die Verwendung bei Betonwänden und Decken nicht geeignet.

 

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Welche Farben sich für Betonwände eignen

 

Sie können eine Betonwand mit Mauerfarbe, mit Lackfarbe oder im Innenbereich auch mit Wandfarbe streichen. Wenn Sie eine witterungsbeständige Farbschicht wünschen, eignen sich Acrylfarben für die Betonwand. Für atmungsaktive Anstriche im Innenbereich können Sie jede hochwertige Wandfarbe verwenden und sollten sich bei der Auswahl in erster Linie auf die schnelle Trocknungszeit konzentrieren. Frischen Beton dürfen Sie nicht farbbehandeln. Ein Anstrich sollte im Neubau frühestens vier Wochen nach der Wanderrichtung – auf der vollständig trockenen Wand erfolgen. Bei Betonanstrichen wird gerne zu Lackfarben gegriffen. Diese eignen sich durchaus und können mit der Lackrolle oder mit einem entsprechenden Pinsel verarbeitet werden. Bedenken Sie aber, dass ein späterer Anstrich auf Lack erfordert, dass Sie die alte Farbe entfernen – was bei einer Betonwand schwierig und sehr zeitaufwändig ist.

 

Bei Betonwänden empfiehlt sich die Farbverdünnung

 

Dieser Tipp gilt vor allem für Betonwände und Decken mit einer rauen Oberfläche. Der Anstrich bei Sichtbeton ist mit der Farbe im originalen Zustand einfach und ohne Schwierigkeiten möglich. Um eine flächige Deckkraft auf rauem Beton zu erzielen, setzen Sie der Farbe 10 Prozent Wasser zu. Durch die Verdünnung lässt sie sich einfacher verarbeiten und dringt auch beim Auftragen mit der Rolle in die Unebenheiten der Wand ein. Nehmen Sie mehrere dünne Anstriche vor und vermeiden es, die gesamte Fläche mit einem Anstrich decken und sich so Zeit sparen zu wollen. Auf diesem Weg vermeiden Sie eine klebrige und nur schwer trocknende Oberfläche, die selbst einige Tage nach dem Anstrich bei Berührung noch abfärbt. Tragen Sie die nächste Farbschicht erst auf, wenn die zuletzt aufgetragene Farbe trocken ist. Bei stark beanspruchten Wänden können Sie den Anstrich im letzten Arbeitsschritt mit Klarlack oder einem transparenten Bindemittel versiegeln.

 

Spritzen, pinseln oder rollen? Was am besten funktioniert

 

Bei kaum einem Wandmaterial haben Sie so zahlreiche Möglichkeiten wie bei Beton. Sie können die Farbe aufspritzen, mit der Rolle auftragen oder beim Wunsch nach einer kreativen Struktur mit dem Pinsel arbeiten. Wenn Sie sich für die Spritztechnik entscheiden, ist die Verdünnung der Farbe eine Grundvoraussetzung Ihrer Arbeit. Hier müssen Sie auch ganz besonders auf den Schutz der umliegenden Wände achten und neben der Abklebung der Kanten einen Flächenschutz mit Folie aufbringen. Je nach Wandgröße und bevorzugter Struktur können Sie die verschiedenen Techniken ausprobieren und die für Sie beste Methode finden. Eine Betonwand streichen Sie im Regelfall ebenso wie Wände, die mit Tapete beklebt sind und gemalert werden. Ausnahmen bestehen nur bei rauem Gebrauchsbeton.

Foto © Robert Kneschke / AdobeStock

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